"herstellen, verknüpfen, nutzen, reflektieren"
Willkommen auf der Seite von commonsnet, einem Zusammenschluss waren- und erwerbsarbeits-kritischer Gruppen. Commons sind ‚Gemeingüter’, die allen Beteiligten gemeinsam gehören und je nach Bedarf von ihnen sorgsam genutzt werden. Die hier versammelten Gruppen probieren in ersten bescheidenen Ansätzen ein Wirtschaften ohne Waren und Geld. Gemeinsame Räume und Dinge werden durch einen „Pool“ gemeinsamer Fähigkeiten und Verabredungen gegenseitiger Hilfe ergänzt. Jede der beteiligten Gruppen ist anders. Jedoch gerade in der Vielfalt der Ansätze liegt eine unserer Stärken.
Jedoch ist den Beteiligten klar, dass nur eine jeweils örtlich wachsende, aber überregional verbundene Gemeinschaft ein gesellschaftsweites Veränderungsbedürfnis sichtbar und lebbar machen kann. Deshalb wollen wir hierüber versuchen uns der Öffentlichkeit vorzustellen und unseren Kontakt untereinander verbessern. Diese Seite wurde auf dem letzten Treffen "Gib und Nimm 2009" in Köln im März 2009 beschlossen. Sie befindet sich noch im Aufbau.
Der interne Bereich dient der Diskussion zwischen den beteiligten Projekten und deshalb ist das Lesen der Seiten in dieser Gruppe durch ein Passwort geschützt.
Neuerscheinung eines Buches, in dem auch über uns berichtet wird:
Friederike Habermann: Halbinseln gegen den Strom. Anders leben und wirtschaften im Alltag
Hrsg.: Stiftung Fraueninitiative, Köln
Bd. 6 der Schriftenreihe >Konzepte/Materialien<
Ulrike Helmer Verlag, Sulzbach/Taunus
2009, 228 S. 19,90 €
ISBN 978-3-89741-284-2\\
Die Spatzen pfeifen es von den Dächern: Kapitalistisches Wirtschaften bringt immer nur wenigen Menschen Reichtum. Die Zahl der Armen, Hungernden in der Welt nimmt zu. Sozialistisches Wirtschaften, so wie wir es erlebt haben, brachte ebenfalls keine Lösung. Die Parole „Wachstum, Wachstum über alles“ zerstört unsern Planeten, unsere Lebensgrundlagen.
Wie stark wir in unserem Selbstverständnis, in unserer Identität von dem ökonomisch vorherrschenden Grundprinzip des >homo oeconomicus< – also des unternehmerisch handelnden und den eigenen Nutzen maximierenden Menschen – in unserm Denken und Handeln in allen unseren Lebensbereichen geprägt sind,*) erleben wir täglich. Wohin das führt, wissen wir auch, wenn wir es denn wissen wollen. Diese Prägung unserer jeweiligen Identität bietet zudem einen perfekten Anker für Herrschaftsinstrumente.\\
Formen des miteinander Kooperierens dagegen, des miteinander Handelns zum Wohle auch der Anderen, gab es in der Vergangenheit immer schon, auch das Wissen: Emanzipation kann nur gelingen, wenn sie die Emanzipation der Anderen einschließt. Je stärker wir die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise am eigenen Leib erfahren, desto intensiver beginnt vor allem die junge Generation, mit neuen Ideen zu möglichem anderen Wirtschaften-Arbeiten-Leben zu experimentieren. Was sich dazu beispielhaft in unserem Land bereits entwickelt hat, welche Erfolge, welche Schwierigkeiten sich zeigen, hat Friederike Habermann erkundet und in den „Halbinseln“ beschrieben. Erstaunlich ist das breite Spektrum der Ansätze zur gemeinsamen Bedarfsdeckung, oft ohne in Geld oder Zeit aufzurechnen: von „Nahrungsmittel“ über „Kleidung + andere Gebrauchsgegenstände“, „Dienstleistungen“, „Wohnen + Leben“, „Finanzen“, „Bildung“, „Gesundheit“, „Kommunikation“, „Mobilität“ bis hin zu „Fun“. Sie schließt ihre Einleitung mit dem Spruch der Zapatistas: „Für eine Welt, in die viele Welten passen.“
- ) (Ausführlich und theoretisch fundiert schreibt Friederike Habermann hierzu aus feministischer Sicht in ihrem Buch „Der homo oeconomicus und das Andere“ Nomos-Verlag 2008.)
